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        Mistura Fina

 

Der Crossover von Bossa Nova Elementen, traditionellem und aktuellem Samba mit Popmusik ist, in Verbindung mit dem Sprachmix aus Deutsch und Portugiesisch, eine interessante Melange.

Geboren und aufgewachsen in São Paulo, Brasilien, Tochter einer deutschen Mutter und eines brasilianischen Vaters lebt Betina Ignacio seit 10 Jahren in Deutschland.

Bê sind: Luiz Brasil* (Gitarre), Markus Schmidt** (Drums/Klarinette), Kurt Holzkämper (Bass) und Valney Oliveira (Percussion). Die Gruppe spannt den musikalischen Bogen ihres Debüt-Albums „MISTURA FINA“ über Adaptionen von „Mas que nada“, Brasiliens heimlicher Nationalhymne „Aquarelas do Brasil“ bis zu eigenen Kompositionen. Die CD klingt sehr edel, echte Streicher und Bläser bringen ein sehr warmes Grundgefühl. Ein gelungener Mix aus brasilianischen Klassikern und eigenen Titeln!

 

Betina, wie hat deine Geschichte mit der Musik angefangen?
Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie. Auf der deutschen Seite gibt es nur klassische Musiker und meine Mutter spielt Geige. Als Kind, hat sie mir das Geigenspiel beigebracht. Da ich keine Noten lesen konnte, tat ich nur so und spielte alles nach Gehör, bis sie eines Tages alles entdeckte. Mein Vater liebte Musik, hatte viele Platten und hörte immer Radio. Zu Hause haben wir oft zusammen musiziert.

Hast du auch eine musikalische Ausbildung?
In São Paulo besuchte ich zuerst eine Berufsschule für Schauspiel und stellt dann fest, dass ich eigentlich Musik machen wollte. Als ich nach Deutschland kam, habe ich als Model bei Jil Sander und Strenesse gearbeitet, um mein Gesangsstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart zu finanzieren.

Was ist Singen für dich?
Für mich muss das Singen ganz natürlich klingen und wesentlich ist die Kommunikation zwischen mir und den Musikern auf der Bühne und mit dem Publikum. Meine Erfahrung im Aufnahmestudio war deswegen nicht so leicht, aber wahrscheinlich auch, weil es eine ganz neue Situation war.

Du singst auf Portugiesisch und auf Deutsch, fühlst du dich in beiden Sprachen zu Hause?
Es gibt Sachen, die man nur in einer Sprache richtig gut ausdrücken kann. Wie in unserem Titel „Ich glaube den Scheiss nicht mehr“, zum Beispiel. Auch wenn man das korrekt übersetzt, drückt es nicht genau das aus wie es auf Deutsch. Der Sinn liegt eben oft zwischen den Worten und Zeilen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Luiz Brasil und Markus Schmidt?
Markus habe ich in Stuttgart kennen gelernt und 2002 hat er  mich Luiz vorgestellt, der gerade auf Tour mit Caetano Veloso in Frankreich war. Nach gemeinsamen Bühnenerfahrungen, die wir bei Konzerten in Brasilien und Europa sammelten, haben wir 2004 beschlossen, ein Projekt zu gestalten. Das Ergebnis ist unser Album "Mistura Fina".

Habt ihr Drei die CD gemeinsam produziert?
Wir haben intern alles durch drei geteilt, sowohl den Aufwand, als auch alles andere – Rechte und so weiter. 2006  waren Markus und ich fünf Monate zusammen mit Luiz in Salvador da Bahia und haben an den Kompositionen gearbeitet. Es war eine sehr inspirierende und kreative Zeit.

Gibt es Lebenssituationen wo du dich nur als Deutsche oder nur als Brasilianerin fühlst? Wie wirkt sich das auf die Musik aus?
In der Musik ist es einfacher, ich bin wie ich bin und ich habe beide Seiten in mir. Außerhalb der Musik erlebe ich aber Situationen wo ich deutlich merke, da bin ich eher Deutsche oder eher Brasilianerin.

Wie gefällt es Dir in Deutschland?
Ich fühle mich hier sehr wohl und manche Leute können das gar nicht verstehen, wie man sich in einem kalten Land gut fühlen kann, wenn man aus einem warmen Land kommt. Ich mag Deutschland und was mir überhaupt nicht gefällt ist, wenn manche Ausländer die hier leben, über das Land motzen.

Eure Zukunfstpläne?
Wir haben vor, etwas in Richtung klassischer Musik zu machen, unsere Titel, natürlich ganz neu arrangiert, mit einem deutschen und einem brasilianischen Sinfonieorchester zu spielen.

Ich möchte auch mehr auf Deutsch singen und auf Deutsch texten. Es ist eine große Herausforderung, gut zu texten, ohne ins Klischeehafte zu fallen.

* Der aus Salvador da Bahia stammende Luiz Brasil, Gitarrist, Arrangeur und Produzent, teilte im Laufe seiner über dreißigjährigen Karriere die Bühnen u.a. mit Gilberto Gil, Caetano Veloso und Gal Costa. 2002 gewann er den "Grammy Latino". Für seine Produktion "Acústico MTV - Cássia Eller", die sich fast 1,5 Millionen Mal verkaufte, erntete er den "Prêmio Multishow".

** Markus Schmidt ist in Konstanz geboren. Studierte Klarinette in Lyon, Frankreich und Schlagzeug an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart. Studium und Auftritte in Salvador da Bahia und Rio de Janeiro, sowie am „Instituto Nacional de Cuba“ in Havanna.

www.be-musica.com

Rosanna und Günther Gebauer

 
 

 

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